Alltagsanekdoten / everyday life

Die ultimative Challenge – Tag 1: Vom Umgang mit Rücksichtslosigkeit und anderen Qualen

Nun gut, es ist bekanntlich noch keine Meisterin vom Himmel gefallen – so auch ich nicht, leider. Wobei es mir wenigstens mehrheitlich, wenn ich mich aufgeregt habe, zumindest bewusst geworden ist, dass ich wieder meine Kreise drehe zu meinen Lieblingsthemen und dies doch eigentlich nicht will. Vor allem an einem solch wunderschön sonnigen Tag, der es aber sowas von verdient hätte, dass ich ihm positiv und entspannt begegne – was ich irgendwie so völlig verlernt zu haben scheine.

Worüber ich mich aufrege: über Leute, die mir in meinem Empfinden Unrecht tun wie Ex-Vorgesetzte oder Dozenten, sehr vieles, das ich als respektlos empfinde – oh, und was mich unglaublich nerven kann: Rücksichtslosigkeit. Rücksichtslose Menschen, von denen es gemäss meiner Wahrnehmung so anstrengend viele gibt, vertrag ich nur sehr schlecht. Wie ja jeder so seine Themen und Trigger hat. Oder auch Menschen, die keinen Millimeter weit zu denken scheinen – und schon gar nicht an andere, was ich dann wiederrum als Respektlosigkeit mir gegenüber zu interpretieren pflege, nur dass diese Leute mich wohl kaum wahrnehmen, eben mich halt nicht in meinen Bedürfnissen respektieren?

Zwei Gedankengänge, die sich dabei wieder einmal auftun: A) Kann ich mir selbst keinerlei Rücksichtslosigkeit eingestehen bzw. nehme ich krampfhaft Rücksicht auf andere, so dass ich es anderen übelnehme, wenn sie nicht dasselbe tun und ich allenfalls diesbezüglich vor allem einmal gütiger mit mir selbst sein sollte? B) Will ich die Gedankenlosigkeit anderer wirklich konstant zu meinem Problem machen? Selbst wenn ich „Recht“ habe (wer auch immer das dann definieren will), tu ich mir einen Gefallen damit?

Die eine Antwort gibt es wohl nicht. Und wenn ich danach frage, welche Antwort bzw. welche Haltung und welcher Umgang meinerseits mit dem Verhalten meiner Mitmenschen mich am glücklichsten und zufriedensten machen würde? Oder was sich am besten vereinbaren lässt, mit dem, was ich hier auf Erden sein und repräsentieren möchte?

Bezüglich Frage A fände ich es halt wirklich schön und wichtig, Rücksicht aufeinander zu nehmen. So sind wir nun mal gemeinsam hier auf diesem Planeten „abgeworfen“ worden (dass meine Seele sich dies ausgesucht haben soll, möchte ich immer noch nicht so ganz akzeptieren) und können uns den Alltag gegenseitig mehr oder weniger zur Hölle machen. Wobei ich vielleicht auch viel schneller etwas als rücksichtslos empfinde, als andere dies tun, weil es sie im Gegenzug gar nicht stören würde, wenn andere sich so verhalten würden und sie daher nie auf die Idee kämen, ihr Verhalten als rücksichtlos zu empfinden. Denn sie wissen schlicht und einfach mal wieder nicht, was sie tun…

Dass ich, um auch schon zur Frage B überzugehen, ihr Verhalten als Affront und persönlichen Angriff empfinde, ist dann wiederum meine Entscheidung. Und wenn ich danach suche, werde ich bei all den vielen Menschen hier auf Erden, auch immer welche finden, die mir und meinem Ego Futter liefern. Wenigstens darauf sei Verlass.

Und viele versuchen es vielleicht auch einfach mal oder überlegen sich grundsätzlich nicht viel (Letzteres soll in unserer Gesellschaft trotz aller Bildungsmassnahmen immer noch weit verbreitet sein), wobei ich sie, wenn mich etwas stört, ja grundsätzlich mal auch einfach auf meine Bedürfnisse hinweisen kann. Was ich jedoch eher bis sehr ungerne tue und mich daher anstrengt. Denn: Ich muss mich dadurch allenfalls unbeliebt machen, und das mag ich so gar nicht. Also nerv ich mich lieber? Und bestätige mich damit auch gleich noch in meiner Opferrolle, weil doch alle so unfair, respektlos und rücksichtslos sind und wir die ganze Welt sowieso nur Böses will.

Wie dem auch sei, es strengt mich an, mich konstant zur Wehr setzen zu müssen… Wenn ich das denn wirklich muss. Oder könnte ich vielleicht meine Bedürfnisse anbringen, zu ihnen und damit zu mir stehen (und meinem Gegenüber damit auch ein Lernfeld zu eröffnen), und dann meinen Mitmenschen überlassen, was sie daraus machen, ohne dies dann wiederum auf mich zu beziehen? Wenn sie diese würdigen und meinen Anliegen nachkommen: superhypermegatoll und mich daran erfreuen. Und wenn nicht, dies dann einfach mal so stehen und dennoch das Beste aus der Situation machen? Nicht den anderen wegen, sondern ganz einfach mir zuliebe! Um mir den Moment nicht nehmen zu lassen und meine Energie damit sinnvoller einzusetzen. Weil ich es mir wert bin – und ich zudem nicht glaube, dass ich einen wirklich konstruktiven Beitrag zu unserer Gesellschaft leiste, indem ich mich möglichst oft aufrege. Die möcht ich nicht sein!

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