Gedanken über mich und die Welt / just thinking...

Was ich alles nicht bin und kann…

Heute in der Yogastunde mal wieder diese Frustattacke. Selbstvorwürfe, dass ich nichts kann. Dass ich im Yoga mehr erreichen wollte, es aber nicht tue, wobei es da ja bereits völlig an der Grundlage mangelt und Yoga wohl nie praktiziert werden sollte, um etwas zu erreichen, ich so genau Yoga und seine Kraft versäume. Als ich am Ende der Stunde in Savasana liege, habe ich das Bild einen Säuglings vor Augen, der sich die Seele aus dem Leib schreit, dabei schon rot anläuft, kaum noch Luft kriegt, aber irgendwie hört keiner hin. Fühle ich mich genauso missverstanden und ausgeliefert wie dieser Säugling? Wohl schon länger…

Und vor allem wohl im Stich gelassen von mir selbst. Mit allem, was ich mir so tagein tagaus abverlange. Was ich nicht alles können und wollen und lassen soll. Endloslisten. Die es vielleicht an der Zeit wäre zu vernichten. Abzuhaken. Als ewig unerfüllt, was dann aber einfach ausnahmsweise mal völlig ok wäre. 

Ich werde es vielleicht nie sein – oder vielleicht irgendwann sogar doch mal, aber jetzt halt nicht, und darum geht’s -, diejenige, die ganz viel Sport treiben will, aber zu viel dann doch auch nicht, gerade richtig für ihren Körper halt. Die keinen Zucker mehr isst, auch Fruktose und Gluten meisterlich meidet – tierische Produkte sowieso. Die gerne kocht, sich alles frisch, bio und optimal zubereitet. Die täglich Pranayama praktiziert, Yoga, sowohl morgens als auch abends, meditiert. Die weiss, was sie hier soll, ein Ziel hat, eine Mission (wobei ich eine Mission glaub schon habe, nur ist sie mir schleierhaft). Die für alle da ist, die sie gerade brauchen, am liebsten gleich mit Ausdauer und Power für zehn. Die alles in top Ordnung, im Griff und sowieso hat. Endlos weiterführbar…

Schade, dass mein Kopf diese enorme Vorliebe hat, mich auf all das hinzuweisen, was ich nicht bin aber doch sein soll, denn genauso könnte ich auch diejenige sein, die sich aufrafft, immer mal wieder in die Yogastunde zu gehen, obwohl es schmerzt und sie glaubt, mehr Rückschritte als Fortschritte zu machen. Die nun doch immerhin schon seit mehreren Jahren vegan lebt, sich mit Ayurveda und Ernährung befasst, mehrheitlich gesund ernährt und darauf achtet, was sie sich so einverleibt. Diejenige, die mehrere Ausbildungen absolviert hat, vielseitig interessiert ist und sich nicht damit zufrieden gibt, bis an ihr Lebensende in einem Job festzusitzen, der ihr nicht entspricht, die der Suche noch nicht so ganz komplett müde geworden ist. Diejenige, die ihr Möglichstes tut, für andere da zu ein, sie zu respektieren und ihren Raum nicht zu verletzen. Diejenige, die ihr Geschreibsel hier immer mal wieder ordentlich lächerlich findet, aber es dennoch tut. 

Es würde nichts daran ändern, wer ich bin, aber doch mein Leben so unglaublich viel entspannter machen…

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